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Kontrolle 1 / Kontrolle Allgemeine Einführung und Übersicht verschiedener Schulen "Glauben Sie an UFOs?" Die Frage zeugt als allgemeine, erste Annäherung an die Problematik und Phänomenologie unbekannter Flugobjekte von enormen Potenzialen für die erratische Forschung. Kommt irgendwo die Rede auf das UFO, wird meist sofort gefragt, ob daran geglaubt wird. Wenn einer nur das Wort benutzt, kommt gleich ein anderer und fragt: "GLAUBST Du an UFOs?" oder "Du GLAUBST doch nicht an UFOs?" Egal, worum sich das Gespräch oder was dreht, sobald einer "UFO" sagt, fragt ein anderer nach dem "Glauben daran". Automatisch. Die UFO-Frage scheint also zunächst eine Glaubensfrage zu sein, selbst wenn sie von einem Skeptiker (oder wie der UFO-Apologet sagt: einem Zweifler oder Ungläubigen) gestellt wird. Wie lässt sich nun eine derartige Frage beantworten? Ist es sinnvoll zu sagen: "Ja, ich glaube, es gibt fliegende Objekte, die unbekannt sind" oder: "Ja, ich glaube diese unbekannten Objekte fliegen", oder: "Nein, ich glaube nicht, dass es sich um Objekte handelt"? Vielleicht sollte die Frage anders oder eine ganz andere Frage gestellt werden. Was ist mit Kenntnissen, derer man sich nicht bewusst ist? Unbewusstes Wissen. Gibt es so etwas überhaupt? Oder umgekehrt: wovon ist man überzeugt, ohne es wirklich zu wissen? Um was geht es also? Vielleicht sollte nach dem Ort des UFO gefragt werden, der ja sowohl der universale Welten- und Luftraum wie auch der geistige Bereich der Fantasie zu sein scheint. Dorthin werden wir zu verreisen suchen, doch später erst. Die technische Seite Das UFO (für Unknown oder Unidentified Flying Object) ist zunächst ein technisches Akronym, das einen unbekannten, also nicht-identifizierten Flugkörper in einem beobachteten, etwa mittels Radar elektronisch überwachten Luftraum bezeichnet. In einem kontrollierten Flugraum stellt alles Unbekannte zunächst eine mögliche Bedrohung dar, für die zivile Luftfahrt in einem "freien" aber hoheitlichen Luftraum ebenso wie für miltärische oder sonstige Luftsperrgebiete. Für die Flugsicherheit (oder Luftverteidigung) sind genaue Kenntnisse darüber, was (oder wer) in diesem Luftraum unterwegs ist, von grundsätzlicher Notwendigkeit. Nach dem Motto "Gefahr erkannt Gefahr gebannt" wird ein nicht eindeutig identifiziertes (wer? wohin?) Flugobjekt zunächst als unbekannt oder unidentifiziert eingestuft. Als nächstes wird man versuchen, es zu identifizieren. Zivile und militärische Air Traffic Controller (Fluglotsen) werden telefonieren und versuchen, mit dem UFO oder Luftfahrzeugen, die sich eventuell in der Nähe befinden, Kontakt herzustellen. Diese werden auf die Anwesenheit des UFO hingewiesen und um eine Sichtmeldung gebeten. Wenn ein UFO eine Hoheitsgrenze oder ein Sperrgebiet verletzt, werden Abfangjäger aufsteigen und versuchen, es zu identifizieren, das heißt, sich soweit anzunähern, bis Sichtkontakt hergestellt werden kann. Wenn dies geschehen ist, wird in den allermeisten Fällen aus einem UFO ein IFO, ein Identifiziertes Flugobjekt. Es ist eine Anzahl von Zwischenfällen bekannt, bei denen Piloten Sichtkontakt mit einem UFO hatten und nicht in der Lage waren, es zu identifizieren oder überhaupt konkret festzustellen, was sie sahen. Piloten berichten von Sichtkontakten, ohne das entsprechende Signale auf den Radarschirmen zu verzeichnen gewesen wären. Und wieso auch nicht? Der Himmel der LUFTRAUM ist voll von potenziell unbekannten Flugobjekten. Das ist eine ganz allgemeine Feststellung. Es ist einfach so, dass nicht jeder jederzeit alles erkennen und benennen kann, was da tatsächlich unterwegs ist. Selbst einem professionellen Beobachter, bestens ausgebildet und trainiert, versiert und erfahren, sei es ein controller, ein Meteorologe, ein Ornitologe vielleicht, mag in seltenen Momenten das unbekannte Fliegende begegnen. Viele Sichtungen können identifiziert werden: Als Planeten, Sternenlicht, Luftspiegelungen, meteorologisch-optische Effekte, Aurora Borealis (das Nordlicht), Erdbebenlichter, Sternschnuppen. Als Flugzeuge, Ballons, vom Wind umhergewirbelte Silberpapier-Reste. Als Kugelblitze, Elmsfeuer oder Wolken. Als der teilweise von Nebel bedeckte Mond. Als brennende Ölquellen, zur Erde stürzende Satelliten, Fallschirme, Raketentests, Reflektionen von Suchlichtern, Vögel- oder Insektenschwärme. Als Spielzeugdrachen, Luftschiffe, Seifenblasen, Kondensstreifen. Als Feuerwerk, Leuchtkäfer, Augenfehler und Löwenzahnsamen. Als Windhosen, die Staub verwirbeln, und als Regenbögen. Als der Planet Venus, der in der Statistik führend ist als natürliche Ursache von UFO-Sichtungen. Jedoch, um solche zumindest zeitweise unbekannten, letzlich aber identifizierten "Flugobjekte" soll es hier gar nicht gehen. Denn die Natur des UFOs ist komplexer als es die Naturwissenschaften zulassen. Die andere Seite I want to believe. Ein ernsthafter Blick auf einige "Wahrheiten" wird die Vergangenheit als Sprungbrett in ein Unbekanntes zeigen, das zuweilen das ganz große Bild zu sein scheint und manchmal der "pure Quatsch". Ob man "dran glaubt" oder nicht: Außer in einer Unzahl von Filmen, auf T-Shirts und Tassen, Plattencovern und Partyleuchten existiert das UFO auf jeden Fall und "ganz wirklich" in den Köpfen der true believer, und das ist ja nun mal entgegen allem Anschein keine komplette Nicht-Existenz. Es soll hier nicht belegt werden, was nicht belegt werden kann: etwa die Existenz von Aliens oder Alienraumschiffen, von Wesen aus anderen Dimensionen oder Galaxien. Es soll nicht erklärt werden, dass der moderne Mensch sich selbst entfremdet oder wer für die Kornkreise verantwortlich ist, oder dass die Aufmerksamkeit, die eine Gesellschaft dem gelehrten, gelernten, jedenfalls irgendwie intelligenten Umgang mit ihren spirituellen Bedürfnissen zukommen lässt, Auswirkungen auf die geistige Gesundheit dieser Gesellschaft hat. Das mag alles sein wie es ist, oder wie es zu sein scheint, und ist längst anderswo beschrieben. Uns interessiert es allenfalls am Rande. Weil wir verreisen wollen: "Welcome aboard NWO Flight 666 … Supersonic Service to Nueva Suabia". Kommen, sehen und erleben Sie die reiche und zu Zeiten gefährliche Fantastik des UFO-Gedankens, seine Vielzahl von Wucherungen und Niederschlägen, seine Ausdehnung im Diskurs des Irrationalen, seine immer auch gewaltige Anziehung oder Traktion hin zur dunklen Seite der Macht oder des menschlichen Bewusstseins, als Geschichte (Erzählung) der Geschichte (Historie) des UFOs, für die Form und Varianz dieser Geschichte als Ausdruck von Fantasie und Wahn. Das UFO ist der perfekte Flugkörper im Arsenal der Mythologien. Als Vehikel, passage way und Reiseziel ist sein poetischer content die Essenz allen romantischen "Wünschen-Wollen-Seins" von makelloser Trinität. Die Ansicht, dass das UFO trotz allem, was es für das menschliche Streben nach Erkenntnis getan hat, keine Methode ist, die Natur des Universums akkurat zu beschreiben, wird auf die gegenteilige Meinung treffen: Dass das UFO ein echtes und wirksames Vehikel sei, diese Natur zu erfahren und Möglichkeit zu erlangen, das Universum zu beinflussen, wie es sich die "Wissenschaft in ihren kühnsten Träumen nicht vorzustellen wagt". Das Zwielicht zwischen Fakt und Fiktion, in dem sich das UFO bewegt, ist ein höchst fruchtbares Terrain für die Kultivierung mythologischer Bilder und ihre subsequente Installation im kollektiven Bildspeicher. Es verdient unsere Aufmerksamkeit, da es längst einen festen Platz in der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts eingenommen hat. Sein Licht ist vielleicht das einzig echte twilight of the gods, dass wir jemals kennen werden. Beziehungsweise eben nicht. Die religiöse Komponente des UFO-Diskurses ist beachtlich, nicht überraschend in Anbetracht der menschlichen Natur, die ganz verliebt ist in Spiritualität und das Mysterium, was ernsthaft hinderlich sein kann bei der Suche nach Wahrheit, besonders nach "historischer Wahrheit". Phänotypische Verwerfungen, wie sie etwa das Nazi-UFO darstellt und weiterverursacht, sind schon deshalb von Interesse für die Erratik, weil keine andere Disziplin bereit ist, sich ernsthaft mit systematischer Unschärfe zu beschäftigen, die verkleidet mit einem Habitus der Wissenschaftlichkeit einen subversiven und zugleich hermetischen Sound erzeugt. Dennoch! Übereinheitsenergie ... In einer Gratwanderung zwischen Empirie und Esoterik, zwischen Auf- und Verklärung, zwischen Freiheitsbewegung und Bewegungsfreiheit werden konventionelle Mythen zerstört und ein Versuch zur Imagologie des UFOs angelegt, sowie zu einem Bildatlas der Geisterlandschaften, in denen es unterwegs ist. Ein Gesamt-UFO (∞) wird erzeugt, dass es zu bestaunen und vor dem es zu erschrecken gilt. Wir zeichnen nach, was nur wenige seriöse Wissenschaftler zugeben: dass es sich bei dem UFO-Phänomen überhaupt um ein bisher nicht zufriedenstellend erklärtes Problem handelt. Die Mehrheit bestreitet überhaupt die Existenz irgendeines Phänomens. Aber: "Die Logik ist machtlos gegen die anhängliche Liebe (des menschlichen Geistes) zur Fiktion", kommentierte Trevor-Roper den Mythos, Hitler habe das Kriegsende überlebt und sei unversehrt entkommen. Gleich masselosem Verdrängungsstrom erobert das UFO das raumlose Reich des Himmels, und wird zum Signifikanten eines neuen, höheren Ungewissheitsgrades. Manche werden sich manches nicht erklären können auf unserem Trip in die > Heutemorgengesternwelt, es fehlt ihnen an Erfahrung oder Wissen, etwas ist zu ungewöhnlich oder außerordentlich, zu sehr jeder Erklärung spottend. In solchen Fällen appliziert der "wache Verstand" Erklärungsmuster, und zwar unabhängig davon, ob diese Muster wirkliche Erklärungen konstituieren. Bei der vorliegenden Verschränkung von Fakt und Fiktion wird mancher an Bodenhaftung verlieren und glauben, der Text sei "unglaubhaft", weil von bizarren Annahmen die Rede ist, für die es "kaum" Beweise gibt. Das ist Pech, kommt aber immer wieder vor. Die Beschäftigung des Forschers mit dem Irrationalen hat häufig zur Folge, dass das Publikum reflexartig den Forscher mit dem Irrationalen identifiziert und spontan in "Gläubige" und "Skeptiker" zerfällt. Apodiktisch heißt es dann: "Er hat UFO gesagt." Aber: Bei unserer Reise ins absolut Anderswärtige kann die Energie aus diesem Zerfallsprozess zum Betrieb einer erratischen Analysemaschine verwendet werden, die den Text des der Alltagsrationale scheinbar entlegenen (Un)Bewussten lesen kann und liest, etwa in der hyper-paranoiden Glossolalie phänomenal-sensitiver Stimmenhörer, Visionäre oder Medien. Der rationale mind vermag diesen Text ohne maschinelle Hilfe nicht ohne weiteres zu entziffern, obwohl alle Anlagen dazu eigentlich vorhanden sind, und die bekannte Symbolik aus einer Zeit stammt, als Sprache und durch Sprache evozierte Bilder noch unmittelbar sozio-ontologische Bedeutung und Gewicht hatten … und es sich NICHT um eine "gut gemachte" Kampagne für einen Turnschuh handelte. If light is really dark,
"Also los los, rein in die Kombination.
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