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Ordnung 3 – Dossier O3314

Von Braun, Wernher


Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun wird 1912 als zweiter von drei Söhnen dem Magnus Freiherr von Braun und seiner Frau Emmy von Quistorp in Wirsitz bei Posen (heute Polen) geboren. Sein Großvater Wernher von Quistorp, Gutsbesitzer und Mitglied des Preußischen Herrenhauses, ist durch Gräfin Irmgard de Rietberg in direkter Linie mit König Philippe III. von Frankreich und Helen von Braunschweig (1367) verwandt, durch letztere zudem über zwei Linien (schwedisch und dänisch) mit Waldemar dem Großen von Dänemark (1131-1182). Wernher von Brauns Mutter Emmy ist die Tochter von Marie von Below, stammt in direkter Linie von König Robert III von Schottland (1337-1406) und König Edward III von England (1312-1377) ab.

Früh interessiert sich von Braun für die Naturwissenschaften. Mutter Emmy schenkt ihm zur Konfirmation ein astronomisches Fernrohr. Mit dreizehn experimentiert er im Berliner Tiergarten mit Feuerwerksraketen, liest Jules Verne und Karl Laßwitz. Mit der Lektüre von Hermann Oberths Rakete zu den Planetenräumen wird es ernst. Von Braun verbessert seine Mathematik, um Oberth zu verstehen. 1928 erscheint Das Problem der Befahrung des Weltraums des slowenischen Astronomen und Astrophysikers Herman Potocnik alias > Hermann Noordung. Ein Jahr später bereits arbeitet von Braun zusammen mit > Hermann Oberth in Berlin-Plötzensee und dem Verein für Raumschiffahrt in Berlin-Reinickendorf an Raketen mit Flüssigkeitstriebwerken.

Wortspiele mit Bezug auf von Brauns Karriere sind: Es geht steil nachoben und: Die Sache kommt raketenschnell voran. Ab 1930 studiert er an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg und auch in Zürich. 1932 erwirbt er ein Diplom als Ingenieur für Mechanik und tritt, gefördert durch Walter Dornberger, als Zivilangestellter in das Raketenprogramm des Heereswaffenamtes ein, für das er Experimete in Kummersdorf-Gut 30 Kilometer südlich von Berlin unternimmt. 1934 promoviert er an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin zum Dr. phil. mit einer Arbeit über Konstruktive, theoretische und experimentelle Beiträge zu dem Problem der Flüssigkeitsrakete. Im gleichen Jahr erreicht das von Braun konzipierte Aggregat 2, gestartet von Borkum, eine Höhe von 2200 Metern. Von 1937 an ist von Braun technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt > Peenemünde auf Usedom. Im selben Jahr tritt der Freiherr der NSDAP bei. Am Tag der Arbeit 1940 wird er Mitglied der SS, bald darauf Sturmbannführer. In Peenemünde leitet er die Entwicklung des Aggregats 4 (A4), einer Großrakete mit Flüssigtreibstoffbetrieb, die später als > Vergeltungswaffe 2 (V2) in Serie gebaut wird. Auf Betreiben Himmlers verhaftet ihn im März 1944 die Gestapo unter dem Vorwurf des Verrats, der Wehrkraftzersetzung sowie der Vorbereitung einer Flucht nach England. Nur seine Bedeutung für das A4-Programm lässt ihn – nach Intervention durch Speer und Dornberger bei Hitler – wieder freikommen. Als das Ende unausweichlich ist, setzen sich die Raketenpioniere um Sturmbannführer Wernher von Braun und General Walter Dornberger nach Süden ab, tauchen in Hotels und Kasernen in der Umgebung von Oberammergau unter, um den sowjetischen Besatzern zu entgehen.

Nach der Besetzung Oberbayerns durch amerikanische Truppen kontaktiert der englischsprechende Bruder Magnus von Braun die Amerikaner, mit deren strategischem Interesse am deutschen know how sie fest rechnen. Am 2. Mai 1945 stellen sich von Braun und einige Wissenschaftlern aus seinem Team den US-Streitkräften in Oberjoch, wo sie im Sporthotel Ingeburg (heute Alpenhotel), Unterschlupf findet.

Im Rahmen der Operation Overcast werden mehr als hundert Raketenentwickler noch im Jahr 1945 in die USA verschifft. Auch Walter Dornberger vom Heereswaffenamt findet in den USA einen Wirkungskreis. Von Braun leitet in Huntsville (Alabama) ein Team für die US-Armee, wo er ab 1950 die Redstone entwickelt, eine atomar bestückte Kurzstreckenrakete. Die Nazi-Vergangenheit der deutschen Techniker wird großzügig übersehen.

Bereits von Brauns persönliche Entwürfe für die Aggregate 9 bis 12 waren mit Astronauten-Kapseln ausgestattet. Nun, am 12. Oktober 1951, stellt er seine Ideen für die bemannte Weltraumfahrt auf dem First Symposium on Space Flight im Hayden Planetarium in New York vor. Zwischen März 1952 und April 1954 veröffentlicht er eine Serie von Artikeln, in denen die bemannte Weltraumfahrt einer breiten amerikanischen Öffentlichkeit als technisch durchführbar vorgestellt wird. 1955 wird von Braun US-amerikanischer Staatsbürger. Am 17. Februar 1958 erscheint von Braun als missileman auf dem Titelbild des Time Magazine. Am 21. Oktober 1959 wird er offiziell zur NASA überstellt. Kurz zuvor war dort die Entscheidung zum Bau einer großen Trägerrakete, der späteren > Saturn V, gefallen. 1960 wird von Braun zum Direktor des Marshall Space Flight Center in Alabama ernannt, eine Position, die er bis 1970 innehat. Dort ist er maßgeblich an den Mercury-, Gemini- und Apollo-Programmen beteiligt. Er leitet die Entwicklung der ersten Stufe der Saturn-V-Trägerrakete, die am 27. Oktober 1961 das erstmals gezündet wurde. Als das Adler-Modul der Apollo-11-Mission im Jahr 1969 auf dem Mond landet, ist dies von Brauns größter Erfolg und vielleicht Erfüllung seiner langjährigen Träume.

Von 1970 bis 1972 ist Wernher von Braun stellvertretender Direktor der > NASA, wo er sich für eine bemannte Mars-Mission einsetzt. Enttäuscht von den starken Budgetkürzungen durch den US-Kongress verlässt er 1972 die NASA, um Vizepräsident von Fairchild zu werden, einem Luft- und Raumfahrtkonzern.

Am 31. Dezember 1976 tritt Freiherr Wernher von Braun in den Ruhestand. Nur ein halbes Jahr später, am 16. Juni 1977, stirbt er im Alter von 65 Jahren in Alexandria, Virginia, an Nierenkrebs.


Bilderklärungen von links oben nach ganz unten:

Wernher von Braun im Kreise seiner Kollegen von Wehrmacht und SS. Links im Bild neben von Braun General Dornberger.

Im März 1945 erleidet von Braun bei einem Autounfall eine komplizierte Fraktur des linken Arms und der linken Schulter. Der Fahrer war am Steuer eingeschlafen. Von Braun besteht darauf, dass der Arm eingegipst und er aus dem Krankenhaus entlassen wird. Im April, als die Alliierten immer weiter nach Deutschland hinein vorstoßen, befiehlt > Kammler, das Ingenieursteam per Zug nach Oberammergau zu bringen, wo es unter Bewachung gestellt und notfalls erschossen werden soll, um zu vehindern, dass die Spezialisten dem Feind in die Hände fallen. Von Braun schafft es, seine Bewacher davon zu überzeugen, dass es besser sei, wenn sich dir Gruppe in die umliegenden Dörfer zerstreut, die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle bei einem Bombenangrief ums Leben kommen, sei dadurch vermindert. Mit den Worten "My name is Magnus von Braun. My brother invented the V-2. We want to surrender." stellt sich Wernhers Bruder und Kollege Magnus von Braun einem Soldaten der 44. Infanteriedivision (Motto: "Prepared in all Things"). Das Foto mit dem Gipsarm zeigt von Braun am 2. mai 1945, unmittelbar, nachdem er sich den amerikanischen Truppen gestellt hat. Aufgrund der Vernachlässigung bei der Behandlung mussten die Knochen später erneut gebrochen und gerichtet werden.

Wernher von Braun als Direktor des Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama. Später wird er einer der Experten sein, die sich an der Entwicklung von > Walt Disneys "Welt von morgen" (World of Tomorrow) beteiligen und regelmäßig mit eigenen Programmen im Disney-TV auftreten (Bild darunter, mit handschriftlicher Widmung).

Herr Doktor von Braun erhielt 1975 die US-Nationalmedaille der Wissenschaften. Man kann nicht sagen, dass die Amerikaner nicht flexibel sind, wenn es darum geht, die fragwürdige Vergangenheit eines guten Mannes zu übersehen.

Von Braun mit seinem Mercedes-Benz 220 S Ponton Coupé, circa 1960. Neben siner wissenschaftlichen Karriere war von Braun außerdem Direktor von Daimler-Benz of North America.

Von Braun neben US-Präsident John F. Kennedy, in dessen offener Limousine vom Typ Lincoln Continental Convertible mit dem Secret-Service-Codenamen SS-100-X. Von Braun sitzt auf dem Platz, auf dem später während des Attentats die First Lady Jaqueline 'Jacky' Kennedy sitzen wird.

Wernher im Kreise seiner Lieben: Ehefrau Maria, die Töchter Iris und Margrit. Sohn Peter ist zum Zeitpunkt dieser Aufnahme noch nicht geboren.

Von Brauns Grabstein auf dem Ivy-Hill-Friedhof in Alexandria, Virginia.
Von oben nach unten: Buchcover, Titelbilder, Wappenschild des Dr. Wernher von Braun (rechtlich geschütze Darstellung, erstellt durch Carl-Alexander von Volborth): Silber (argent), drei rote Wecken im Dreipass (gules), im Helmbusch zwei Straußenfedern (ostrich) zwischen drei Fischen (naiant), alle silber (argent). Seltsam: "Drei rote Wecken im Dreipass" bilden ebenfalls das Logo des japanischen Fahrzeugherstellers Mitsubishi.
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